Spannende Blicke in die Unterwelt von Gersdorf

(Auszüge aus einem Artikel des "DAZ" zum Führungsbetriebsauftakt 2003 im "Segen Gottes Ergstolln" Gersdorf von Hagen Kunze)
 
  Untertage im "segen Gottes Erbstolln" Gersdorf   Gersdorf. Die Schutzzeit für die Fledermäuse ist (endlich) vorbei. Seit dem 1. April können die Knappen des "Segen Gottes Erbstolln" e.V. wieder Interessenten in ihr unterirdisches Reich führen. Am 05. April 2003 begann die diesjährige Saison mit einer thematischen Führung zum Jahr 1799. Der Rauch trübt die Sicht, beißt ein wenig in den Augen: Im Bemühen um Authentizität gibt sich Volkmar Lange vom Verein "Segen Gottes Erbstolln" richtig viel Mühe. Die erste Besuchergruppe des Jahres bekommt am Ende ihres Rundgangs so zusagen gratis eine kleine Sprengung geliefert - ein paar Blitzknaller schaffen echte Bergmanns-Atmosphäre.  
  Wer sich für Bergbau interessiert, der kommt um die Anlage in Gersdorf nicht herum. Bewundernswert, wie die 23 Vereinsmitglieder auch in diesem Jahr wieder keine Mühe scheuen, um dem Berg seine Geheimnisse zu entlocken. Da werden beispielsweise die Techniken von 1799 mit den späteren verglichen, stolz präsentiert der ehemalige Hauer Sven Nestler die Wassersäulenmaschine. "Die einzige, die noch am originalen Standort steht", freut er sich - und erklärt das riesige Eisenungetüm, das für die Wasserversorgung unverzichtbar ist, in allen Einzelheiten. Bei der ersten Führung in diesem Jahr kommt die Rede natürlich auch auf das Hochwasser im August. "Das Wasser in den Stollen war recht schnell wieder weg. Die Feuerwehr hat uns dann den Schlamm rausgepumpt", beschreibt Nestler. Der Verein glaubte danach, die Probleme gelöst zu haben. Doch: "Das hölzerne Tragewerk ist durch die Fäulnis-Baktieren an manchen Stellen ziemlich angegriffen, müsste eigentlich ausgetauscht werden". Aber der Termin für die Meldung des Hochwasserschadens ist längst verstrichen. "Wir hoffen, dass es nicht noch schlimmer wird", bangt Volkmar Lange. "Denn dann müssten wir das Tragewerk wechseln, hätten während dieser Zeit keine Besucher - und deshalb auch kein Geld." Ein Teufelskreislauf, an den die Vereinsmitglieder lieber nicht denken wollen. Bis Ende Oktober freuen sich die Hobby-Bergleute nun übrigens auf regen Besuch. "500 Gäste kamen im vergangenen Jahr", erinnert sich Lange. "Doch da wir lange Zeit wegen der Flut nichts machen konnten, hoffen wir natürlich in diesem Jahr auf noch mehr Gäste." Den Interessenten wird dabei ein spannendes Programm geboten. Mehr dazu finden Sie im Veranstaltungskalender.  
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