Wiedereröffnung des Besucherbergwerkes beim Verein Segen Gottes Erbstolln e.V. zu Gersdorf am 30.04.2005

 
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  Wiedereröffnungerste Besucher unter Tage Am 12./13. August 2002 wurde das Besucherbergwerk beim Verein Segen Gottes Erbstolln durch die Jahrhundertflut der Freiberger Mulde unter Wasser gesetzt. Obwohl Wasser und Schlamm stets zu einem alten Bergwerk gehören, offenbarte sich das eingedrungene Wasser samt mitgeführtem Schlamm als zerstörerisch für unsere Grube. Bereits im September besagten Jahres hatten die Gersdorfer Bergkameraden mit Unterstützung der befreundeten Gleisberger Feuerwehr Wasser und Schlamm weitestgehend wieder aus dem Bergwerk entfernt und sichtbare Schäden behoben. Der Besucherbergwerksbetrieb ging zunächst weiter.erste Besucher unter Tage
Im Frühjahr 2003 traten aber dann gehäuft Schäden am hölzernen Tragewerk auf. Vorzeitig musste die Besuchersaison beendet werden. Bei Reparaturversuchen stellte sich dann das Dilemma heraus. Fäulnisbakterien hatten sämtliche hölzernen Einbauten angegriffen, strömendes Hochwasser hatte Mauerungen unterspült. Die Schäden insgesamt für den Verein nicht zu beheben, der Besucherverkehr auf alle Zeit unmöglich.
Doch Hoffnung verbreitete sich nach einer montanhistorischen Tagung im April 2003 in Gersdorf. Wege konnten aufgezeigt werden, um in das WASA Programm faktisch noch in letzter Minute aufgenommen zu werden. Die Schäden wurden soweit und bestmöglich dokumentiert und von einer Kommission der sächsischen Staatsregierung bestätigt. Finanzmittel wurden vom Regierungspräsidium Chemnitz bereitgestellt und nach Ausschreibung die Bergsicherung Schneeberg mit der Sanierung beauftragt. Im März 2004 war Baubeginn. Ende desselben wird im Laufe des Jahres 2005 sein. Titelseite der Festschrift "25 Jahre Segen Gottes Erbstolln e.V."Am 30.April 2005, nach 17monatiger Besuchersperre konnte das Besucherbergwerk im Beisein des Bürgermeisters der Gemeinde Tiefenbach, Armin Zill, des Grundstückseigentümers, Albrecht von Breitenbuch sowie des Vorsitzenden des Ausschusses Besucherbergwerke beim Sächsischen Landesverband, Bergkameraden Gunter Fischer wieder für Interessierte freigegeben werden. Leider konnte Druckerei und Buchbinderei den vorgegebenen Termin 30.April 2005 für die Auslieferung unserer Festschrift an unseren Verein nicht halten. Die künftigen Besucher aber werden sich an diesem 52seitigen Werk mit vielen Bildern und Grafiken demnächst erfreuen können. Zu beziehen über unseren Verein. Preis um 4 Euro + 1,70 Versand.
 
  Text und Fotos: © Volkmar Lange, Gersdorf  
     
  Die Wiedereröffnung fand auch in der regionalen Presse Beachtung dazu zunächst ein Auszug aus der "Döbelner Allgemeinen Zeitung" vom 02.05.2005  
 
Auf neuen Holzbohlen hinab ins Silberbergwerk Gersdorf. Im Silberbergwerk bei Gersdorf sind wieder Besucherführungen möglich. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten zur Beseitigung von Flutschäden wurde am Sonnabend am Mundloch Adamstolln das Band für die Wiedereröffnung durchschnitten. Rund 100 Bergfreunde aus nah und fern nutzten die Gelegenheit und schlossen sich einer der Schnupperführungen an. Das echte Berggeschrei ist zwar verstummt und das Schachtgebäude verlassen, wie Bergkamerad Volkmar Lange im Begrüßungsgedicht vortrug. "Doch solange man sich im Gebirge mit Glück auf begrüßt, ist der Bergbau nicht verloren." Zumindest nicht vergessen ist er in Gersdorf, wo schon vor fast 800 Jahren begonnen wurde, Silber abzubauen. Die Traditions- und Denkmalpflege auf dem Bergbaugelände und in den Stollen betreiben die engagierten Mitglieder des Vereins Segen Gottes Erbstolln seit 25 Jahren. Einen herben Rückschlag bedeuteten die Zerstörungen, die das Mulde-Hochwasser im August 2002 Untertage anrichtete. "Jetzt ist wieder ein gefahrloses Besichtigen des Besucherbergwerkes möglich", erklärte Vereinsvorsitzender Jens Schmidt bei der Wiedereröffnung. Stollengänge mit einer Gesamtlänge von 1150 Metern sind für die Befahrung - wie der Bergmann sagt, obwohl gelaufen wird - freigegeben. 870 Meter davon kann der Besucher auf einem Holztragewerk zurücklegen, das nach der Flut neu eingebaut wurde. Das Entschlämmen und Verrohren von Gängen, die Schadensbeseitigung an Gewölbeschächten, das Überbrücken von Schächten und die Neugestaltung der Maschinenkammer waren weitere Arbeiten der vergangenen Monate. Rund 200.000 Euro, davon ein Großteil Fördermittel, wurden dafür investiert. Noch ist die Sanierung nicht abgeschlossen. "Am Wolfgangschacht wird ein weiterer Grubenzugang geschaffen, der vor allem als Wetter- und Fluchtweg dienen wird", so Schmidt. Der bereits begonnene Bau soll Oktober beendet sein. Mit dem 31-jährigen Albrecht von Breitenbuch war am Sonnabend auch der Besitzer des Gersdorfer Waldes zur Eröffnung gekommen. Er möchte die Pflegerückstände im Forst aufholen und dabei eng mit den Bergkameraden zusammenarbeiten. O. Büchel
 
     
  und ein weiteres Zitat aus dem "Döbelner Anzeigers"  
 
Roßwein/Tiefenbach [Thomas Kretschmann]
Gelbe Helme aufsetzen: Es geht wieder unter Tage Die Zwangspause ist vorbei.
Das Besucherbergwerk in Gersdorf kann wieder besucht werden. Albrecht von Breitenbach und Armin Zill geben mit dem Banddurchschnitt das Mundloch frei. Im Beisein der Vereinsmitglieder, des Tiefenbacher Bürgermeisters Armin Zill sowie des neuen Waldbesitzers Albrecht von Breitenbach wurde das Band am Mundloch zum Adamstollen am Sonnabend feierlich durchschnitten. Wenige Minuten später drängten rund 50 mit gelben Helmen ausgestattete Besucher in Richtung Stolleneingang. In Gruppen zu je zehn bis 15 Personen entschwanden sie zu knapp halbstündigen Touren in die nur rund zwölf Grad Celsius warme Welt unter Tage. Bis in die späten Nachmittagsstunden hinein riss der Besucherstrom nicht ab. Und das Bild wird sich auch in den kommenden Monaten kaum ändern. Selbst für den September liegen beim Verein Segen Gottes Erbstolln, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, bereits Bestellungen für Führungen vor. Vor den Vereinsmitgliedern liegen nun viele schöne, aber auch einige schwierige Aufgaben. So muss unter anderem das durch die Sanierung des Bergwerkes entstandene Finanzdefizit wieder ausgeglichen werden. Rund 45.000 Euro hat der Verein aus eigener Tasche beizusteuern. Nicht zuletzt deshalb war die Wiedereröffnung des Bergwerks für Besucher wichtig. Das Eintrittsgeld ist die Haupteinnahmequelle des Vereins und jeder Euro hilft, den beträchtlichen Schuldenberg abzubauen. Eine andere Sorge sind die Vereinsmitglieder inzwischen los. Diese betraf die Eigentumsverhältnisse im Gersdorfer Forst. Das Grundstück stand zum Kauf. Daraufhin machte sich unter den Bergbaufreunden die Angst breit, dass es einen Käufer geben könnte, der nur den forstwirtschaftlichen Nutzen des Waldes sieht und den Besuchern und Knappen den Zugang zu den Denkmälern der Bergbaugeschichte verwehrt. Gekauft hat den Gersdorfer Forst schließlich Albrecht von Breitenbach, ein Nachfahre der einstigen Waldbesitzer, die 1945 enteignet wurden. Von Breitenbach sicherte am Sonnabend nochmals zu, dass er das bergbauliche Erbe seiner Vorfahren gemeinsam mit dem Verein schützen will. Natürlich gibt es durch den Bergbau einige Einschränkungen im forstwirtschaftlichen Bereich. Aber das nehme ich gern in Kauf , sagte er.